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I met Heine on the Rue Fürstenberg ein Musikfilm in sechs Episoden |
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Köchin / Flöte Buch, Regie und Schnitt Kamera und Bildgestaltung Set Assistenz |
Christina Fassbender Börries Müller-Büsching Julian Eisele |
Ein Känguru verläßt spontan seine Arbeitsstelle, eine Küche knistert voller Spannung, ein Cellist ist in den Anblick eines Graffitis vertieft, ein Geigenliebhaber sucht das ganz Besondere, ein Komponist liebt Muster, Muster, Muster... |
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Mit besonderem Dank an: Dauer: 13 Min. Produzent: KADMOS Produktion im Auftrag von |
Neue Nähe zwischen Bild und Ton im Musikfilm Für diesen Musikfilm legten sieben professionelle Orchestermusiker ihre gewohnte - zumeist sitzende - Rolle zur Seite und ließen sich darauf ein, den Ursprung der Sehnsucht nach Musik in alltäglichen Situationen zu finden. „I met Heine on the Rue Fürstenberg“ greift auf Ansätze einer ganzheitlichen Ästhetik der 1920er Jahre zurück. Das neue Medium Film traf damals auf Komponisten wie Alban Berg, Paul Dessau oder Kurt Weill, die Film wie ein Instrument in ihre revolutionären Partituren einbauten, oder auf visionäre Architekten wie Walter Gropius, der ein Totaltheater entwarf, in dem der Film gleichberechtigt mit den anderen performativen Künsten zu einem Ganzen verschmelzen sollte. Musik wird im Film zumeist als nachgeordnete Kunst eingesetzt. Filmmusik dient dem Film. Der Musikfilm versucht, der Musik zu dienen. Dabei taucht ein zentrales Materialproblem auf: der durch das Filmbild zu erwartende Klang, der O-Ton, und der akustisch hörbare Raumklang, der zumeist in Aufnahmestudios vorproduziert wird, sind sich fremd. Die menschliche Wahrnehmung mittels Aug und Ohr gleicht vorgedanklich ständig die einströmenden Informationen mit unserer Erfahrung ab. Passen Klang und Bild entschieden nicht mit unserer Erfahrung räumlich überein, entsteht beim Zuschauer Irritation, mit steigendem Grad an Nichtstimmigkeit schließlich Unruhe und Stress. In den Opernverfilmungen der 80er wurden beispielsweise - genauso wie in den meisten Videoclips der heutigen Zeit - cleane Studioaufnahmen genutzt, die sich nicht mit dem visuellen Raum des Filmes deckten. Wenn Placido Domingo als filmischer Otello an Bord eines venezianischen Schiffes vor regnerischer Hafenkulisse zu Desdemona als gefeierter Kriegsheld erscheint, hört man ihn aus einem sturmsicheren Tonstudio singen. Bei Madonna ist dieser Tonraumkonflikt selten anders gelöst. Instinktiv fühlt der Betrachter, dass da etwas nicht stimmt. Eine seltsame Distanz bleibt erhalten. Jeder Film, der uns umfassender packt, muss Nähe zwischen Bild und Ton schaffen. Im Typ Neujahrskonzert und ähnlichen Musikdokumentationen stimmen diese Ebenen zwar überein, dabei kommen aber auch kaum filmischen Mittel zur Entfaltung. In „I met Heine on the Rue Fürstenberg“ werden O-Töne und Studioaufnahme - angebunden an die filmischen Dramaturgie - verwoben und nehmen Aug und Ohr gleichermaßen mit auf die Reise in ein Klang-Bild-Gesamterlebnis. Musik und Film durchwirken so ihre jeweils eigene Kraft und erzeugen einen umfassenderen Wahrnehmungsraum. Die filmischen Bilder begleiten den Zuschauer in das faszinierende Land der abstrakten Klänge des Komponisten Morton Feldman (19261987), eines der Hauptvertreter der New York School. Sein kammermusikalisches Werk „ I met Heine on the Rue Fürstenberg“, das er 1971 in Paris komponierte, war Grundlage und Ausgangspunkt für diesen Musikfilm. |
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