The making of

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...und...Action! für Nobis - Dreharbeiten mit dem Regisseur Enrico Stolzenburg


Ensembleprobe mit dem Komponisten Dietrich Eichmann

 

Vorbemerkung
Ein Schulhalbjahr lang –von September 2008 bis Januar 2009- erarbeiten 12 Schüler des Ensemblekurses des JLGym zusammen mit dem Komponisten Dietrich Eichmann, dem Regisseur Enrico Stolzenburg und der Lehrerin Susanne Faatz einen eigenen Videoclip mit Neuer Musik. Viele der beteiligten Schüler kommen aus verschiedenen Klassen. Einige musizieren in ihrer Freizeit bereits zusammen. Andere lernen sich jetzt erst kennen. Alle spielen ein Instrument.

Wichtigste Verabredung des künstlerischen Leitungsteams: sämtliche musikalische und inhaltliche Ideen sollen der Phantasie und dem Können der Jugendlichen entspringen. Das heißt: keine konkreten Vorgaben von Seiten der Künstler; einzige Bedingung: die Musik muss als Form der Neuen Musik erkennbar sein.
Erst am Ende des Halbjahres werden wir wissen, ob dieses Konzept funktioniert hat…


Lina, Milena und Nicole


Jan, Benni, Max, Bojan, Simon

September
Am Anfang wusste keiner so genau, was ihn erwartete. Interesse aber auch Skepsis herrschten in der Gruppe. Der Komponist Dietrich Eichmann eröffnete den Kurs mit einem Vortrag über

die Geschichte der sog. Zeitgenössischen Musik. Von Arnold Schönberg, dem Begründer der Zwölf-Ton-Musik hatten die meisten schon mal etwas im Musikunterricht gehört. Namen wie John Cage, Karl-Heinz Stockhausen, György Ligeti, Wolfgang Rihm oder Harry Partch waren für die Schüler bis dato völlig unbekannt. Selbst die vorgestellten Partituren sahen irgendwie anders aus, als man erwarten würde.

Grau ist bekanntlich alle Theorie und so warteten schon alle darauf, an ihre Instrumente zu können. Let’s make music! Für eine coole Jam-Session oder einen Big-Band-Gig war die Besetzung ja geeignet: Schlagzeug, E-Bass, 2 E-Gitarren, Gitarre, Congas, Bongos, Klavier, Saxophon, Keyboard. Aber wie sollte daraus ein Orchester für Neue Musik werden?

Daher wurde versucht, die Instrumente auf ungewohnte Weise zu spielen, um ihnen so neue Klänge oder auch Geräusche zu entlocken.

Das führte dazu, dass Benni sein Schlagzeug auseinanderschraubte und sich die Snare unter den Arm klemmte. Simon benutze seinen Bass jetzt eher als Schlaginstrument, und Lina musizierte stellenweise nur noch auf dem Mundstück ihres Saxophons.


Liroy macht Musik...

Oktober
Die Grundlage für die spätere musikalische Tonschiene des Video-Clips ist angelegt, nun wird es Zeit, sich an den Inhalt heran zu tasten. Seit Oktober ist auch unser Regisseur Enrico Stolzenburg dabei. Er macht deutlich, dass es jetzt auf die Phantasie jedes Einzelnen ankomme, Geschichten zu erfinden.

Ein Berg von Fragen türmt sich vor den Schülern auf: Was wollen wir überhaupt erzählen? Wie wollen wir erzählen? Soll etwas gesprochen oder gesungen werden? Gibt es eine durchgehende Geschichte oder einzelne Fragmente? Was interessiert uns? Was bewegt uns?

Alle sind sich darin einig, dass in dem Clip auf jeden Fall etwas Ungewöhnliches passieren soll. Jetzt sind aber erst mal Herbstferien.


der Drehort: Die Turnhalle des JLGym

November
Weiter geht es mit der Materialsuche für eine Story. Mittlerweile haben wir einen Pool von biografischen Schnipseln, Alltagsbeschreibungen, Erwartungen an das Leben, Wünschen und ungewöhnlichen Erlebnissen der Schüler. Dafür müssen jetzt Bilder gefunden werden, die dem Filmteam als Grundlage dienen.

Basti, unser Beatboxer, arbeitet schon seit Wochen an einer Textspur, die er regelmäßig mit unserem Regisseur bespricht.

Die ersten musikalischen Probeaufnahmen sind im Kasten. Neben dem „echten“ Musizieren auf den Instrumenten, gibt es auch sehr viele ungewöhnliche Geräusche, die die Schüler mit Flaschen, Reißverschlüssen, Scheren, Papier oder ihren Stimmen produzierten. Die Aufnahmen ergeben in ihrem Zusammenschnitt einen ersten Eindruck der späteren Tonspur des Videoclips. Am Freitag nachmittag haben wir für 4 Stunden die Schul-Aula. Für diesen großen Termin wurde ein Tontechniker engagiert, der für eine optimale Tonqualität der geplanten Aufnahmen sorgt. Dennoch ist jetzt schon klar, dass ein oder zwei Termine im Tonstudio einfach notwendig sind, eine weitere Erfahrung, die für unsere jungen Musiker sicherlich eindrucksvoll sein wird.

 © 2009 Kadmos Produktion
Fotos: Erik-Jan Ouwerkerk und Susanna Poldauf

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